Zell-Kaimt

 

kaimtKaimt liegt gegenüber von Zell, ist mit ihm durch eine Fußgängerbrücke verbunden und doch in der Ortsstruktur und vor allem in der Mentalität der Bewohner "meilenweit" entfernt. Das hängt mit der Geschichte zusammen, denn Zell ist eine römische Gründung, wogegen Kaimt schon in keltischer Zeit bestand.
Zell war stets die Stadt, dort wurde gehandelt und verwaltet seit römischer Zeit. Auch heute macht Zell, mit Geschäften, deren große Schaufenster an geraden Straßen liegen, einen kleinstädtischen Eindruck. Kaimt dagegen war Winzer-, Bauern- und Fischerdorf und ist es zum Teil bis heute geblieben. Enge, winklige Gassen mit Winzerhäusern bilden den Ortskern, Geschäfts- und Bürgerhäuser sind dort nicht zu finden. Der Verkehr auf der Bundesstraße umgeht den Ort, und die kleinen Gassen laufen hinunter zum Moselufer, wo auch kein Durchgangsverkehr die spielenden Kinder und die Spaziergänger stört.
Dieser dörfliche Charakter, die schönen Fachwerkhäuser und das sonnige Moselufer bilden den besonderen Reiz von Kaimt.

Historische Daten:
ca. 200 v. Chr. Erste Menschen siedeln auf den Höhen des Barls und im Ortsbereich
um 500 v. Chr. Kelten siedelt im Distrikt "Winzwies" oberhalb des Schwimmbades
um 100 v. Chr. Kelten errichten eine Befestigungsanlage auf dem Bainter Kopf
1.-4. Jahrh. n. Chr. Römische Gutshöfe im Distrikt "Winzwies" und im Bereich der Plänterstraße
4.-5. Jahrh. Spätrömische Befestigungsanlage auf der Marienburg
7. Jahr. (?) Bau der ersten Tauf- und Mutterkirche für die Bewohner des Zeller Hamms auf der Marienburg
732/733, 1. April Erste urkundliche Erwähnung im Testament der Adela
1030 Sitz eines Landkapitels (Dechanats), das von Ürzig bis zum Eltzbach reichte.
1143, 22. Febr. Erste Erwähnung der St. Jakobuskirche in Kaimt
1157, 18. Okt. Weihe einer Klosterkirche der Augustinerinnen neben der Mutterkirche des Hamms auf der Marienburg
um 1200 Verlegung der Mutterkirche nach Zell
1339 Erste Erwähnung der Klemenskapelle in Oberkaimt (nach 1803 abgebrochen)
1515, 6. Okt. Aufhebung des Klosters auf der Marienburg und Errichtung einer Befestigungsanlage
1632, Febr. Schweden besetzen die Marienburg
1650, 7. Febr. Zwei Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges (!) stürmen französische Hilfstruppen
des Trierer Kurfürsten die Befestigungsanlagen auf der Marienburg
um 1795 Kaimt wird von den französischen Besatzern zusammen mit Corray nach Zell eingemeindet
1798 Errichtung der Pfarrei Kaimt in der früheren Filialkirche St. Jakobus
1827 Kaimt wird wieder selbstständig
1950, 1. Sept. Endgültige Eingemeindung Kaimts nach Zell
1953 Bau der ersten Brücke
1969 Erschließung des Barls